Entscheidungshilfe · · Gregor Palyan

Neue Bürokraft oder Automatisierung: was sich für Ihre Hausverwaltung rechnet

Kurz gesagt

Eine zusätzliche Vollzeitstelle kostet im Beispiel rund 58.000 € im Jahr. Eine automatisierte Arbeit kostet bei mir im ersten Jahr 10.190 €, danach 4.680 €. Die Stelle übernimmt alles, wofür es einen Menschen braucht: Telefon, Ortstermin, Streit. Die Automatisierung übernimmt eine Routine: lesen, zuordnen, Entwurf schreiben. Erstickt Ihr Büro an Routine, fangen Sie dort an. Fehlen Ihnen Leute am Telefon und vor Ort, stellen Sie ein.

Die Lage: zu viel Arbeit, zu wenig Leute

Für sein Branchenbarometer 2026 hat der Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) Verwaltungen befragt, 1.078 haben teilgenommen, 476 davon vollständig. 62,1 Prozent bezeichnen ihr Büro als überlastet. Mehr als die Hälfte derer, die Personal gesucht haben, konnte nicht alle Stellen besetzen. 45,9 Prozent lehnen mehr als die Hälfte der Anfragen neuer Eigentümergemeinschaften ab.

Die naheliegende Antwort ist eine weitere Stelle. Bevor Sie die Anzeige schalten, lohnt ein Blick darauf, was die Stelle kostet und was sie Ihnen abnimmt.

Was eine Stelle kostet

PostenBetragHerkunft
Bruttogehalt WEG-Verwaltung, Median3.903 € im Monat, bei 40 Wochenstundengehalt.de
Mittlere Hälfte der Gehälter3.313 € bis 4.600 € im Monatgehalt.de
Zum Vergleich: Immobilienkaufleute3.722 € im Monat, Mediangehalt.de
Zum Vergleich: Kaufleute für Büromanagement3.994 € im Monat, Mediangehalt.de
Arbeitgeberkosten obendrauf20 bis 30 Prozentmeine Annahme
Vollkosten im Jahrrund 58.000 €Beispiel, meine Rechnung

Beispiel 3.903 € mal zwölf Monate, plus 20 bis 30 Prozent Arbeitgeberkosten, ergibt 56.000 bis 61.000 €. Ich rechne mit der Mitte. Noch nicht enthalten: Suche, Einarbeitung, Arbeitsplatz und Lizenzen. Gehälter abgerufen am 7. November 2026, Ihre Region und Ihre Bewerberin können deutlich abweichen.

In Einheiten gerechnet: Laut VDIV bringt eine Einheit im Schnitt 349,44 € Verwaltervergütung im Jahr, also 29,12 € im Monat. Eine Stelle mit rund 58.000 € Vollkosten braucht damit rund 166 Einheiten, nur um sich selbst zu tragen. Das ist Umsatz, kein Gewinn.

Was eine Automatisierung kostet

Bei mir heißt das Angebot Eine Arbeit weniger: 5.900 € einmalig plus 390 € im Monat, alles netto. Die ersten 2.900 € davon sind die Probe: 14 Tage, echte Vorgänge, gemessen an einer Messlatte, die wir vorher schriftlich festlegen. Messlatte verfehlt, Geld zurück. Jede weitere Arbeit kostet 4.500 € plus 150 € im Monat. Alle Angebote stehen auf der Seite Preise.

Neue StelleEine Arbeit weniger
Erstes Jahrrund 58.000 €10.190 €
Ab dem zweiten Jahrrund 58.000 €4.680 €
Einheiten, die das tragenrund 166rund 29, ab dem zweiten Jahr rund 13
BindungArbeitsvertrag mit KündigungsfristenBetreuung monatlich kündbar
Urlaub und Krankheitfallen anDer Ablauf läuft weiter, Ihr Team gibt frei

Beispiel Stelle wie oben gerechnet. Einheiten zum VDIV-Durchschnitt von 349,44 € im Jahr. Erstes Jahr: einmalig 5.900 € plus elf Monate Betreuung, der erste Monat ist im Preis.

Was jede Lösung abnimmt und was nicht

Die Zahlen allein führen in die Irre. Eine Stelle und ein Ablauf übernehmen sehr verschiedene Dinge.

AufgabeNeue StelleAutomatisierter Ablauf
Neue Anfragen lesen und zuordnenjaja
Antwort oder Angebot entwerfenjaja, als Entwurf zur Freigabe
Telefonjanein
Ortstermin und Begehungjanein
Streit in der Eigentümergemeinschaftjanein
Versammlung vorbereiten und leitenjavorbereiten teilweise, leiten nein
Entscheiden, was rausgehtjanein, das bleibt bei Ihrem Team

Zum Lesen und Entwerfen nutze ich KI. Sie schlägt vor, Ihr Team entscheidet. Ohne Freigabe geht nichts raus.

Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen

Eine Automatisierung lohnt sich, wenn eine Routine oft genug vorkommt. Setzen Sie Ihre Zahlen ein:

WertIhre Zahl
A: Vorgänge dieser Art pro Woche…
B: Minuten Handarbeit je Vorgang heute…
C: Minuten fürs Prüfen und Freigeben danach…
Stunden im Jahr, die frei werdenA × (B − C) × 46 ÷ 60
Wert dieser StundenStunden × 31,52 €

Schema 46 Arbeitswochen im Jahr. 31,52 € ist die Stelle aus dem Beispiel oben, 58.000 € geteilt durch 1.840 Arbeitsstunden. Den Rechner mit denselben Werten finden Sie auf der Seite Preise.

Beides zusammen

Oft ist es keine Entweder-oder-Frage. Eine Automatisierung entlastet die Leute, die Sie schon haben. Bei BlueSky Estate Management gilt: 30 Sekunden nach Eingang liegt das Angebot als Entwurf bereit. Vorher warteten 16 Anfragen im Median 21 Tage, mit dem Ablauf hatten sie nach zwei Tagen einen Entwurf. Die Geschäftsführung prüft jeden Entwurf und verschickt ihn selbst. Wie das aufgebaut ist, steht im Fall BlueSky.

Warum so wenige Verwaltungen diesen Schritt bisher gehen, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben: Warum so wenige Hausverwaltungen digitalisieren. Wie lange Mieter heute auf Antwort warten, steht in Antwortzeit bei Mieteranfragen.

Wann eine neue Stelle die bessere Wahl ist

  • Die Arbeit sind vor allem Gespräche: Telefon, Ortstermine, Eigentümer, die jemanden vor sich haben wollen.
  • Sie wollen wachsen, und für neue Objekte braucht es jemanden, der vor Ort Verantwortung übernimmt.
  • Die Routine kommt selten vor. Bei wenigen Vorgängen pro Woche trägt sich ein fester Ablauf kaum, das ist meine Einschätzung.

Und wenn Sie trotzdem einstellen: Ein Ablauf nimmt auch der neuen Kraft die Routine ab, damit sie Zeit für das hat, wofür Sie sie eingestellt haben. Mehr zum Vorgehen in Verwaltungen steht auf der Seite Hausverwaltung automatisieren.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Automatisierung eine Mitarbeiterin?

In der Regel nein. Ein Ablauf übernimmt eine einzelne Routine. Eine Mitarbeiterin macht Dutzende Dinge, die Gespräch und Urteil brauchen. Was frei wird, sind Stunden, keine Stelle.

Was, wenn wir trotzdem einstellen?

Dann arbeitet die neue Kraft mit dem Ablauf: Er bereitet vor, sie prüft und entscheidet. Ihre Programme bleiben, der Ablauf arbeitet ihnen zu.

Woher kommt die Zahl von 58.000 €?

Aus dem Median-Bruttogehalt in der WEG-Verwaltung laut gehalt.de, 3.903 € im Monat, mal zwölf, plus 20 bis 30 Prozent Arbeitgeberkosten. Es ist ein Beispiel. Ihr tatsächlicher Wert hängt von Region, Erfahrung und Tarif ab.

Was passiert, wenn die Probe nicht trägt?

Die Messlatte legen wir vorher schriftlich fest. Messlatte verfehlt, Geld zurück. Das gilt für die 2.900 € der Probe.

Quellen

  1. VDIV Branchenbarometer 2026: wirtschaftlich auf Wachstumskurs, personell am Limit, 1.078 Teilnehmende, 476 vollständig
  2. VDIV Pressemitteilung zum Branchenbarometer 2026, Überlastung und abgelehnte Mandate
  3. VDIV: Verwaltervergütung, 29,12 € je Einheit und Monat
  4. gehalt.de: WEG-Verwalter, abgerufen am 7. November 2026
  5. gehalt.de: Immobilienkaufmann/-frau, abgerufen am 7. November 2026
  6. gehalt.de: Kaufmann/-frau für Büromanagement, abgerufen am 7. November 2026

Weitere Entscheidungshilfen

Damit Ihr Büro wieder zur Ruhe kommt.

  • 30 Minuten, online, mit mir
  • Danach wissen Sie, ob es sich lohnt
  • Danach wissen Sie, wo Sie anfangen

Lieber gleich einen Termin wählen oder anrufen: 01577 2638031